Der US-Kassamarkt öffnet um 15:30 mitteleuropäischer Zeit und schließt um 22:00. Die flat time von StarTrading liegt je nach Plattform bei 22:15 oder 22:45 MEZ. Zweimal im Jahr verschiebt sich alles um eine Stunde, weil Europa und die USA die Zeitumstellung an verschiedenen Terminen vornehmen.
Der Handelstag in mitteleuropäischer Zeit
Die US-Index-Futures handeln nahezu durchgehend, aber nur ein Ausschnitt des Tages ist für einen Trader in Deutschland, Österreich oder der Schweiz wirklich relevant. Die folgenden Zeiten gelten, solange beide Kontinente in derselben Jahreszeit sind.
| Ereignis | New Yorker Zeit | Mitteleuropäische Zeit |
|---|---|---|
| Globex-Sitzungsbeginn | 18:00 | 00:00 |
| Europäischer Vormittag | 03:00–08:00 | 09:00–14:00 |
| Eröffnung US-Kassamarkt | 09:30 | 15:30 |
| Hauptliquidität | 09:30–11:30 | 15:30–17:30 |
| Mittagsflaute | 12:00–14:00 | 18:00–20:00 |
| Schlussphase | 15:00–16:00 | 21:00–22:00 |
| flat time Rithmic | 16:15 | 22:15 |
| flat time Tradovate | 16:45 | 22:45 |
Die beiden Zeilen zur flat time sind die einzigen mit einer unmittelbaren Konsequenz für Ihr Konto. Alle anderen beschreiben nur, wo das Volumen liegt. Welche Plattform welche Grenze setzt, steht in der Regelseite zur flat time.
Die Evaluierung passt neben einen Vollzeitjob
Hier liegt der praktische Gewinn der europäischen Zeitzone. Ein Trader in New York handelt die Eröffnung mitten am Vormittag und muss sich zwischen Arbeit und Markt entscheiden. Sie handeln dieselbe Eröffnung um 15:30 Uhr und die Hauptliquidität bis 17:30 Uhr — nach dem Arbeitstag, ohne Urlaubstag, ohne verschobene Termine.
Ehrlich bleibt der Preis dafür: Der Handelstag fällt in den Feierabend und konkurriert mit Familie und Erholung. Konzentration am Abend ist nicht dieselbe wie am Morgen. Wer das einplant, handelt entspannter als jemand, der es verdrängt.
Der Vorteil ist rein organisatorischer Natur. Eine Evaluierung lässt sich neben einer Vollzeitstelle absolvieren, ohne Urlaub zu nehmen oder Termine zu verschieben. Bei einem Gewinnziel von 3.000 $ auf einem 50K-Konto und ohne jede Zeitvorgabe entscheidet nicht die Anzahl der Stunden pro Tag über das Ergebnis, sondern die Anzahl regelmäßiger Sitzungen über die Wochen.
Die Falle, die zweimal im Jahr zuschlägt
Europa und die Vereinigten Staaten stellen die Uhr nicht am selben Tag um. Die Europäische Union wechselt am letzten Sonntag im März und am letzten Sonntag im Oktober. Die USA wechseln am zweiten Sonntag im März und am ersten Sonntag im November.
Daraus ergeben sich zwei Fenster im Jahr, in denen die gewohnte Verschiebung nicht stimmt:
- Mitte März, zwischen dem zweiten und dem letzten Sonntag: Die USA sind bereits auf Sommerzeit, Europa noch nicht. Der Abstand beträgt fünf Stunden. Der Kassamarkt öffnet um 14:30 MEZ, die flat time bei Rithmic liegt um 21:15 MEZ.
- Ende Oktober bis Anfang November, zwischen dem letzten Sonntag im Oktober und dem ersten Sonntag im November: Europa ist zurück auf Winterzeit, die USA noch auf Sommerzeit. Der Abstand beträgt sieben Stunden. Der Kassamarkt öffnet um 16:30 MEZ, die flat time bei Tradovate liegt um 23:45 MEZ.
Wer sich die Zahl 15:30 gemerkt hat, liegt in diesen Wochen um eine volle Stunde daneben. Beim Einstieg ist das ärgerlich, weil man die erste Bewegung verpasst. Bei der flat time ist es teuer: Eine Position, die Sie noch zu halten glauben, wird bereits automatisch glattgestellt, und das Ergebnis dieser Glattstellung zählt gegen Ihr Max Loss Limit.
Die einfachste Absicherung ist, sich nicht die Ortszeit zu merken, sondern die Plattform auf die New Yorker Zeitzone umzustellen und zusätzlich einen Wecker zu setzen, der an das Datum gekoppelt ist. Zwei Kalendereinträge im Jahr genügen: der zweite Sonntag im März und der letzte Sonntag im Oktober.
Warum der europäische Vormittag kein guter Einstieg ist
Die US-Futures laufen auch, während Frankfurt handelt. Das verleitet dazu, den Handelstag um 9:00 MEZ zu beginnen. Drei Gründe sprechen dagegen.
Das Volumen im E-mini S&P 500 konzentriert sich auf die US-Sitzung. Am europäischen Vormittag handelt ein Bruchteil davon. Weniger Volumen bedeutet ein dünneres Orderbuch und damit einen größeren Abstand zwischen Geld- und Briefkurs.
Der Slippage wächst mit. Ein Stopp, der nachmittags zum erwarteten Kurs ausgeführt wird, kann vormittags zwei oder drei Ticks weiter greifen. Bei einem Max Loss Limit von 2.000 $ auf einem 50K-Konto summieren sich solche Abweichungen schneller, als die Statistik der Strategie vermuten lässt.
Die Struktur unterscheidet sich ebenfalls. Vormittagsbewegungen im US-Index folgen häufig europäischen Impulsen und kehren bei US-Eröffnung um. Eine Strategie, die auf Anschlussbewegungen setzt, produziert dort systematisch Fehlsignale.
Für den Aufbau einer Evaluierung gilt deshalb: Die erste Stunde nach 15:30 MEZ liefert mehr verwertbare Gelegenheiten als fünf Vormittagsstunden.
Zwei Stunden genügen
Die flat time ist eine Obergrenze, kein Pensum. Niemand verlangt, dass Sie bis 22:15 MEZ vor dem Bildschirm sitzen.
Ein realistischer Ablauf für einen berufstätigen Trader sieht so aus:
- 15:00–15:30 MEZ: Vorbereitung. Niveaus des Vortages, Termine des Tages, geplante Positionsgröße. Keine Order.
- 15:30–16:00 MEZ: Eröffnung beobachten. Die ersten Minuten sind die volatilsten des Tages und für den Einstieg in eine Evaluierung selten das beste Terrain.
- 16:00–17:30 MEZ: Handelsfenster. Ein bis drei Gelegenheiten, mehr nicht.
- 17:30 MEZ: Schluss. Positionen geschlossen, Journal geschrieben, Bildschirm aus.
Dieser Rhythmus lässt vier Stunden Abstand zur frühesten flat time. Das Daily Loss Limit von 1.200 $ beendet den Tag ohnehin, wenn es früher erreicht wird. Und ein Tag, der um 17:30 Uhr endet, lässt sich am nächsten Tag wiederholen. Ein Tag, der bis Mitternacht dauert, nicht.
Wer die Abendstunden dennoch nutzen möchte, sollte die Schlussphase ab 21:00 MEZ als eigenes Fenster behandeln, mit eigener Vorbereitung und eigener Verlustgrenze, statt die Nachmittagssitzung unbemerkt zu verlängern.
Plattformwahl und Zeitzone hängen zusammen
Die halbe Stunde Unterschied zwischen den beiden flat times ist kein Detail, wenn der Handelstag ohnehin spät liegt. 22:15 gegenüber 22:45 MEZ entscheidet mit darüber, wie lange die Schlussphase für Sie nutzbar bleibt. Die übrigen Unterschiede zwischen den Anbindungen, von den Frontends bis zu den Datenkosten, behandelt der Vergleich von Rithmic und Tradovate aus Deutschland.
Welche Kontofamilie zu einem kurzen Abendfenster passt, hängt vor allem davon ab, ob der nachlaufende Drawdown zum Tagesende oder Intraday gerechnet wird. Die Gegenüberstellung steht im Kontenvergleich, die Preise auf der Seite Preise.
Evaluierungs- und finanzierte Konten sind bis zur Live-Stufe simuliert. Der Handel mit Futures ist mit einem erheblichen Verlustrisiko verbunden, und nichts in diesem Artikel ist eine Ertragszusage.
Quellen
- CME Group, Handelszeiten der Globex: Sitzungszeiten, Wartungspause und Wiedereröffnung um 18:00 Uhr New Yorker Zeit.
- CME Group, Kontraktspezifikationen des E-mini S&P 500: Handelszeiten und Tickwert des meistgehandelten Index-Futures.
- Physikalisch-Technische Bundesanstalt, gesetzliche Zeit in Deutschland: Termine der mitteleuropäischen Sommerzeit, die den Abstand zur US-Ostküste bestimmen.
- CFTC, Hinweise für Anleger zu Terminmärkten: Hebelwirkung und Verlustrisiko bei Futures-Kontrakten.
Simulierte Konten bis Live. Der Handel mit Futures birgt ein erhebliches Verlustrisiko.